| |
| The Link, Montreal , 14.04.2009 |
Stuttgarter Nachrichten, Interview 15.04.2008 |
| Stuttgarter Zeitung, 21.04.2008 |
Telepolis, 17.11.2005 |
| Sächsische Zeitung, 17.9.2007 |
art - das Kunstmagazin, Web-Gallery 09 |
| Radio Copernicus,
Interview 08.12.2005 |
Telepolis, 20.03.2005 |
| SWR2 Audiohyperspace, November 2005 |
sonnendeck, Februar 2005 |
| Stuttgarter Zeitung, 14.11.2005 |
Forum Medienturm Graz, 06.06.2004 |
| SWR2 Audiohyperspace, Februar 2005 |
dichtung-digital, Februar 2004 |
| SWR2 Audiohyperspace, Februar 2004 |
lit.04.de, Ausgabe 2004 |
| Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2004,
S. 65 |
Prinz Stuttgart, 04/2004, S. 12 |
| Stuttgarter Zeitung, 04.02.2004 |
Kunst-Stoff-Online, August 2003 |
| SWR2 Audiohyperspace, Dezember 2003 |
sonnendeck, August 2003 |
| Stuttgarter Nachrichten, 01. + 04.09.03 |
IASLonline, Februar 2003 |
| Stuttgarter Zeitung, 17.02.2003 |
Lift Stuttgart, 03/2003, S. 70 |
| art.21-Zeitdruck, Heft 6, 2002, S. 52f
|
Neural.it, 14.02.2003 |
| Stuttgarter Nachrichten, 17.10.2001 |
perspektive, Heft 44 + 45, 2002, S. 52f |
| Kunstforum international, Bd.
155, S. 490 |
IASLonline, September 2002 |
| art - das Kunstmagazin, Juli 2001, S.123 |
Neural.it, 20.05.2002 |
| Stuttgarter Zeitung, 13.07.2001 |
rhizome.org - net art news, 13.03.2002 |
| FAZ online, 10.06.2001 |
SWR.de thema, 28.09.2001 |
| FAZ online, 27.05.2001 |
kunstnett norge, 06.09.2001 |
| Die Welt, 20.04.2001 |
drs.ch Schweizer Radio DRS, 28.05.2001 |
| Südkurier, 05.04.2001 |
dichtung-digital, Mai 2001 |
| Kunstforum international, Bd. 150,
S. 482 |
Chronic'art, April 2001 |
| DER SPIEGEL, 1/2000, S. 173 |
Lift Stuttgart, 01/2001, S. 57 |
| Stuttgarter Nachrichten, 12.09.2000 |
Telepolis, 24.10.2000 |
| Stuttgarter Zeitung, 14.12.1999 |
c't, 22/2000, S. 135 |
| Stuttgarter Zeitung, 17.01.2000 |
ELLE, April 2000, S.100 |
| Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.7.98 |
S-Trip, 3/2000 |
| Stuttgarter Nachrichten, 14.8.98 |
Lift Stuttgart, 02/2000, S. 61 |
| Stuttgarter Zeitung, 6.7.98 |
Prinz Stuttgart, 02/2000, S. 6 |
| Eßlinger Zeitung, 7.8.98 |
Stuttgarter Zeitung, 16.12.94 |
| Stuttgarter Nachrichten, 9.7.97 |
|
Christopher Olson
The Link, Montreal , 14.04.2009
"...Using the same algorithms that were used to create Lutz’s “stochatic text,” web artist Johannes Auer will attempt to reproduce his work in a free performance held in conjunction with the Goethe Institute of Montreal.
The text is generated by a web server, but the audience can participate and can also write words using computer terminals and cell phones..."
>>
mehr
Ricarda Stiller
Stuttgarter Zeitung, 21.04.2008
"...Johannes Auer, der Stuttgarter Künstler und Kurator des Festivals
arbeitet seit Mitte der neunziger Jahre (...) mit dem Internet als künstlerischem
Medium – er selbst bezeichnet sich als Netzarbeiter im Schnittbereich
zwischen Kunst und Literatur. (...) Auer hat die ursprüngliche Idee
auf das Internet und viele Koautoren ausgeweitet. Das Ergebnis wird nicht
nur zum Mitlesen an die Wand projiziert, die professionelle Sprecherin
Christiane Maschajechi trägt den dadaesk anmutenden Text vor, dass
man als Zuhörer beinahe in solch einen Rausch gerät wie die
Interpretin. Maschajechi folgt dem Rhythmus, der ihr vom Computer und
den Mitwirkenden vorgegeben wird. Mensch und Maschine begegnen sich auf
Augenhöhe. Nicht zufällig folgt der ersten Performance eine
ähnliche: Das Projekt "Search-Songs" bedient sich ebenfalls
der Eingaben aus Suchmaschinen in Echtzeit. Die Künstler (Johannes
Auer, René Bauer und Beat Suter) nennen den Wortstrom Ausdruck
des kollektiven Begehrens, der als Sehnsuchtsmelodie des Netzes begriffen
werden könne (...). Das Gefundene wird nicht in Sprache, sondern
in Töne umgewandelt. Der Cellist Erik Borgir interpretiert. Wenn
man es nicht genau wüsste, das Gehörte hätte durchaus von
einem hochkarätigen zeitgenössischen Komponisten stammen können
(...). Was entsteht, ist das komplexe Geflecht der sprachlich-musikalischen
Interaktion zwischen Mensch, Maschine und Netz, zwischen Texteingabe,
Notation, Programmierung und Livesuche. Das Spannende an beiden Projekten
ist, dass die Netzkunst so zurück in den realen Raum getragen wird,
zum Publikum." >>
mehr
Andrea Jenewein
Stuttgarter Nachrichten, 15.04.2008
"Das Literaturhaus wird von Mittwoch an für drei Tage zur Bühne
der "Netzgeschichten" (..) Johannes Auer ist einer der bedeutendsten deutschen
Netzliteraten. (...) Bei den "Netzgeschichten" präsentiert er sein
neues Projekt..." >>
zum Interview
Sächsische Zeitung, 17.09.2007
"...Johannes Auer aus Stuttgart geht im Computernetz fischen. "Netzliteratur",
stellt er fest, "liegt nur einen Apfelwurf weit entfernt vom Radio."
Doch während man dort nur zuhören oder bestenfalls durch einen
Anruf teilnehmen kann, ist das Internet die reinste Mitmach-Veranstaltung.
Ein Dialog-Medium, sagt Auer. Er spielt mit Suchmaschinen. Wenn die Programmierung
des Computervirus "Loveletter" vorgelesen wird, der Millionen
Menschen erreichte, dann klingt das wie Poesie der Dadaisten (...).
Die Performance, die Johannes Auer im Kästner-Museum aufführt,
beginnt mit 16 Substantiven und Adjektiven aus einem Text von Franz Kafka.
Ein Computerprogramm fügt nach dem Zufallsprinzip Wörter ein,
außerdem Begriffe aus Suchmaschinen und solche, die von drei Mitspielern
notiert werden (...).
Mit schöner Begeisterung liest die Schauspielerin Christiane Maschajechi
den schönen Unfug. Offen bleibt nur die Frage: Wer ist eigentlich
der Autor des Textes? Johannes Auer? Franz Kafka? Der Computerprogrammierer?
Oder sind es jene, die Worte zulieferten?
Das Publikum konnte Interaktivität erleben, einen Prozess, eine Konstruktion...".
Radio
Copernicus, 08.12.2005
Johannes
Auer im Gepräch mit Jürgen Nehrlich und Thomas Doktor [download,
mp3 20 MB]
Ricarda Stiller
Stuttgarter Zeitung, 14.11.2005
"...Viel zu selten treffen Vertreter unterschiedlicher Disziplinen aufeinander.
Dabei gibt es seit der Entstehung des Internets mehr Überschneidungen
denn je - etwa zwischen bildender Kunst und Literatur, Kunst und Technik,
Literatur und Informatik. Nach zehn Jahren Netzliteratur, die eng mit
der Stadt Stuttgart verknüpft ist, sollte nun eine erste Bilanz gezogen
werden. Dass bei dem vom Künstler und Kurator Johannes
Auer organisierten und hochkarätig besetzten Festival
Autoren, Künstler, Literatur- und Medienwissenschaftler mit Kunsthistorikern,
Studenten und interessierten Laien in den Dialog getreten sind, kann nicht
hoch genug bewertet werden..." >>
mehr
Sabine Breitsameter
SWR2
Audiohyperspace, November 2005
"Zu den Meilenstein computergenerierter Poesie zählen die stochastischen
Texte des Mathematikers Theo Lutz aus dem Jahr 1959. Stochastische Texte,
sind Texte, deren Wörter per Zufall bestimmt werden. Durch Würfeln
oder einen sonstigen Zufallsprozess werden Sätze oder Satzteile ausgewählt
und diese aneinandergesetzt.
Das Radioprojekt 'free
lutz!' von Johannes
Auer, einem der bekanntesten deutschsprachigen Netzkünstler,
basiert auf der Nachprogrammierung dieser Pioniertat auf Deutsch und Polnisch.
Die Beteiligung der Zuhörer an der Textgenerierung der Maschine ermöglicht
ein Web-Interface. Zuhörer und Computer gestalten damit die Textbasis
der Live-Sendung, bei der ein Sprecher die entstehende Computerpoesie
in Echtzeit literarisch inszeniert. Texteingabe durch die Hörer auf
Deutsch und Polnisch möglich unter http://copernicus.netzliteratur.net.
"free lutz" wird live aus der BWA-Galerie Wroclaw/Breslau übertragen,
im Rahmen der Radio_Copernicus-Veranstaltung "Talking Back to Radio
- Radio als Zuhörer - Artysci zmieniaja radio...".
Oliver Gassner
Telepolis, 17.11.2005
"Dass und wie experimentelle Literatur zwischen digitaler und konkreter
Ausprägung auf dem Computerbildschirm und im Radio gleichermaßen
funktioniert, das wurde im Vortrag des Kurators des Netzliteraturfestivals
und Stuttgarter Künstlers Johannes
Auer offensichtlich. Auer erarbeitete [...] Radio-Performances, die
in einer Reihe des österreichischen Kunstradios ausgestrahlt wurden."
art
- das Kunstmagazin, Web-Gallery, September 2005
"concrete_maschine:
In seiner Arbeit aus dem Jahr 2003 spielt Johannes Auer alias Frieder
Rusmann mit Konkreter Poesie und geometrisch-abstrakter Kunst, die der
niederländische Maler Theo van Doesburg (1883 bis 1931) "Konkrete
Kunst" genannt hat..."
Tilman Baumgärtel
Telepolis,
20.03.2005
"Das Buch " $wurm
= ($apfel>0) ? 1 : 0" ist weniger historische Darstellung,
sondern eher Hommage an den Schriftsteller Reinhard Döhl von seinem
Freund und zeitweiligen Kollaborateur Johannes
Auer. Ursprünglich als Festschrift zu Döhls 70 Geburtstag
geplant, erscheint das Buch nach seinem Tod im Mai 2004 nun als eine Art
literarischer Nachruf. Herausgeber Johannes Auer hat mit der von ihm mit-initiierten
Website [ www.stuttgarter-schule.de]
bereits einen wichtigen Beitrag zur Wiederentdeckung der Stuttgarter Schule
geleistet. Das "Memoskript" enthält neben einer Reihe von
Texten zur Netzliteratur vor allen Dingen literarische Widmungen an Döhl
von anderen Schriftstellern... ." >>
mehr
Sabine Breitsameter
SWR2
Audiohyperspace, Februar 2005
"Netzliteratur ist weit mehr als Hypertext, Hyperfiction und "Klickbarkeit".
Welche spannende Ansätze es gibt und wie diese von Künstlern
ins Medium Radio übertragen werden, zeigt seit Anfang November 2004
im österreichischen Kunstradio die fünfteilige Reihe " .ran
[real audio netliterature]", kuratiert von Johannes
Auer. Fünf wichtige Positionen zur Netzliteratur sind in dieser
Reihe zu hören: (..) Code, Montage/Collage, Autorschaft, Text-Bild-(Ton)
Indifferenz, Mensch-Maschine-Kooperation... ." >>
mehr
Marko Schacher
Sonnendeck, Februar 2005, S. 13
"Avantgarde is wurscht' steht auf dem T-Shirt, das ich bei Frieder
Rusmann alias Johannes
Auer vor vier Jahren gekauft habe. So richtig kapiert, welche Botschaft
sich hinter diesen Worten verbirgt, habe ich nie. Mir hat aber die zum
Spruch gehörende, pop-artige, lasziv dreinblickende Dame im Filz-Bikini
gefallen. Vor allem aber fand ich die Idee toll, dass die Käufer
automatisch Bestandteil einer „Walking Exhibition" werden und
auf der begleitenden Webpage www.fabrik-ver-kauf.de
ihre Ausstellungsdaten, sprich die Zeitpunkte ihrer öffentlichen
T-Shirt-Präsentation vermelden und zusammen mit Fotos online stellen
können. Ich selbst habe mein Shirt schon viele Male - vor allem bei
Eröffnungsreden - getragen, aber immer vergessen, dieses Ereignis
anzukündigen oder zu dokumentieren. Auch die Möglichkeit, als
„Member" den Models von der Internetseite private Mails zu
schicken, habe ich bisher nicht wahrgenommen. Als ich beim Verfassen dieses
Textes einen erneu-ten Trage-Versuch wage, wird mir bewusst, warum Reinhard
Döhl seinerzeit schrieb „Avantgarde ist wurscht, wenn das Medium
zur Message und Massage wird; schließlich handelt es sich um Kunst
auf T-Shirts, und die trägt man in der Regel auf der blanken Haut,
auch im globalen Dorf." Tatsächlich fühle ich mich plötzlich
als überdimensionale Wurst, unter deren Pelle die Sünden vieler
hundert Tafeln Schokolade und Kneipenbesuche ihren Tribut zollten. Die
avantgardistische art-wear wird zur Wurstpelle. Vielleicht sind meine
von Warhol vorausgesagten 15 Minuten Berühmtheit aber auch vorbei
und ich sollte mir eines von Rusmanns Nachfolge-Shirts zulegen. Wie wäre
es mit der jungen Dame, die „stop art history" verkündet?
Oder doch lieber das Konterfei von Joseph Beuys mit der Aussage „Ohne
diesen Hut kann man wundervoll ficken"? ...
Gunther Reisinger
Forum
Medienturm Graz, 06.06.2004
"... Paid
Leave: Ob das Schweigen Duchamps tatsächlich überbewertet
wurde (wie es Beuys nicht müde wurde zu erwähnen) und ob Duchamps
Schachspielkünste tatsächlich in den Kunstkontext erhoben wurden,
bleibt diskutierenswert: in jedem Fall nimmt Johannes Auer aka Frieder
Rusmann einen überaus erfrischenden Standpunkt ein, indem er Zeiten
des kollektiven 'Chronos-Komplexes' mit konzeptuellem Nichtstun unterwandert.
Nun ist auch dieser Topos nicht gerade aus dem Ei geschlüpft, doch
kann man es in Auers Kontext als gelungene Ironie sehen, wenn Künstler
und Theoretiker in den Interviews (sehenswerte) Stellungnahmen zu freier
Zeit, zu Tun und Nichtstun von sich geben. [...] Auers Website im Zusammenhang
mit New Media
Scotland fügt sich im Sinne des in Aussicht genommen Schwerpunkt
'transference' in dieses Konzept, wenn beispielsweise Online-Kurator Chris
Byrne über die Übertragung von Zeit in Kunst, von Ideologien
auf konkret produzierte Kunst spricht. ..."
Sabine Breitsameter
SWR2
Audiohyperspace, Februar 2004
"... 'The Famous Sound of Absolute
Wreaders' von Johannes Auer: Der literarische Text war als Radioversion
im September 2003 im ORF-Kunstradio über den Äther gegangen.
- Ein leicht und humorvoll wirkendes, dennoch tiefgründiges Sprachgeflecht.
[...]
Johannes Auer hat für sein Stück " The
famous Sound of Absolute Wreaders" ein abstrakt anmutendes Konzept
formuliert und auch die akustische Realisation mit formaler Strenge produziert,
trotzdem öffnet sich der Text beim Hören hin zum Spielerischen,
Unterhaltsamen und Ironischen. Greifbar wird, wie die unterschiedlichen
Bedingungen der Textverfertigung und des Collagierens das Entstehen von
Inhalt und Zusammenhang bestimmen. Auch kann man erfahren, wie die verschiedenen
Kontrollstrategien und ihre sprachlichen Rhethoriken den Hörer dazu
bringen, ad hoc unterschiedliche Interpretationsstrategien zu entwickeln.
Kurz und gut: Es macht einfach Spass, den Sprechern beim immer wieder
neuen Verfertigen von Text und Sinn zuzuhören und die einzelnen Kontrollstrategien
dabei nachzuvollziehen. ..." >>
mehr
Ariane Wölpper
Prinz Stuttgart, April 2004, S. 12
Die Sindelfingerin Karolina Kos (Fo.) und der Stuttgarter Johannes Auer
(Fo.) machen Netzliteratur. Und das so erfolgreich, dass sie erst kürzlich
Preise dafür einheimsen durften (...) Johannes Auers Netzkunst funktioniert
dagegen ganz anders: seine concrete
machine macht den User zum Künstler - der 'Pinsel' ist aber nicht
wie in gängigen Malprogrammen die Computermaus. Wer Wörter im
Text der Maschine ändert, verändert dadurch ein mit dem Text
verknüpftes Bild. Und so zeichnet der Nutzer am Ende schreibend...
.
Kai Splittgerber
lit04.de, Ausgabe 2004
Natürlich ist es ein alter Hut, die eigene Gesinnung per T-Shirt
kundzutun. Trägt jemand aber ein T-Shirt, auf dem drauf steht, dass
es ein alter Hut ist, seine Gesinnung per T-Shirt kundzutun, könnte
er zu den Performern des Konzeptkünstlers Frieder Rusmann gehören.
Auf seiner Homepage
verkauft Rusmann sentenzbeladene T-Shirts ab 85 Euro. Und wer eins erwirbt,
darf sich beim Tragen als „Walking Exhibition“ bezeichnet.
Das wird dann auf der Homepage mit Modelfotos dokumentiert.... .
Beat Suter
dichtung digital, Februar 2004
"...the well known (net)artist Johannes Auer alias Frieder Rusman initiated
the collaborative project "The
Famous Sound of Absolute Wreaders" for the Austrian radio program
"Kunstradio" in 2002 and leaves a firm imprint with his new project
the "concrete machine". The program was (...) finally emitted on
September 7th 2003 on the Austrian radio channel ORF1. Two weeks before
from August 26 30, 2003 the whole project was exhibited at the
Hypertext 03 conference in Nottingham among six works.
Auers "concrete
machine" is by no means the only mentionable part of this collaborative
work by six writers. As a final result there are six new works of digital
literature to be found at http://kunstradio.cyberfiction.ch.
But the project as a whole with its collaborative, autopoietical and intermedial
aspects is at least as interesting as each new net-project. But now we better
start where we are supposed to..." >>
weiter
Ariane Wölpper
Stuttgarter Zeitung, 04.02.2004
Internet-Literaturpreis für hiesige Künstler
Einfach Bilder mit Gedichten zu verknüpfen, das taugt hier nicht. Auch
beim dritten Wettbewerb "Literatur digital'' haben der Deutsche Taschenbuchverlag
(dtv) und T-Online wieder auf Einsendungen gewartet, die durch ein ausgeklügeltes
Zusammenspiel von Text, Bild und Programmierung hintergründige Effekte
erzielen. Zwei hiesige Künstler haben den Geschmack getroffen: Die siebenköpfige
Fachjury aus Literaturwissenschaftlern, Autoren und Online-Redakteuren hat den
Beitrag "kk_w//ortkunst'' der Wortkünstlerin Karolina Kos aus Sindelfingen
auf den dritten Platz gelobt, die Internet-User haben entschieden, dass der
mit 2500 Euro dotierte Publikumspreis in diesem Jahr an den in Stuttgart lebenden
und arbeitenden Konzeptkünstler Johannes
Auer zu gehen hat - für sein Internetliteraturprojekt " The
Famous Sound of Absolute Wreaders'' (Konzept, Regie, Website: Auer) und
die darin enthaltene " concrete_maschine''
von Auer...".
Neue Zürcher Zeitung,
13.02.2004, S. 65
"...Die Sieger des von T-online und dtv organisierten Wettbewerbs "literatur.digital"
2003 stehen fest. Der Publikumspreis ging an den Konzeptkünstler
Johannes
Auer aus Stuttgart. Er konnte mit seinen beiden Beiträgen " The
Famous Sound of Absolute Wreaders" und " Concrete
Machine" überzeugen (...) Der Preis für digitale Literatur
wurde zum dritten Mal vergeben..."
Sabine Breitsameter
SWR2
Audiohyperspace, Das Interview, Dezember 2003
"...bestimmte Leute, ich meistens auch, sprechen eigentlich nur noch von Netzkunst,
und nicht mehr von Netzliteratur, weil beides wirklich kaum mehr unterscheidbar
ist. Man arbeitet mit dem selben Material, um ein Bild zu erzeugen und um Text
zu erzeugen: Der alphanumerische Code liegt jeder digitalen Arbeit zugrunde.
Daran zeigt sich, dass sich hier die Kunstgattungen aufheben, und ich halte
das für einen guten Weg..." >>
mehr
Stuttgarter Nachrichten,
01.09. und 04.09.2003
"Auer und Döhl setzen auf Kunst im Netz:
(...) Daran schließt auch das jüngste Projekt an, das Döhl gemeinsam
mit dem Stuttgarter Konzeptkünstler Johannes Auer realisiert: "The
Famous Sound Of Absolute Wreaders" empfiehlt sich als offene Plattform:
"Sechs Netzautoren generieren Text über die Webprojekte der anderen.
Ein Computer mischt den Text. Zwei Sprecher performen den Text als Collage,
Remix, Dialog und Rauschen und berauschen sich. Sechs Netzautoren machen aus
den Texten der anderen ein neues Netzkunstprojekt." Mitmachen kann man
unter http://kunstradio.cyberfiction.ch.
Am Sonntag, 7. September, wird das Ergebnis in einem Radiobeitrag (Ö 1,
23.05 bis 23.45 Uhr) vorgestellt. Online kann man unter http://www.kunstradio.at
dabei sein.
Auer lässt den Rheinfall leuchten:
Der Stuttgarter Konzeptkünstler Johannes
Auer ist mit dabei, wenn am Freitag und Samstag der Rheinfall bei Schaffhausen
zur Projektionsfläche für Videokunst wird. Auers Beitrag: Das 18-Minuten-Werk
"Lore schweigt". Unter anderen sind an diesem Festival auch die Schweizer
Videokünstlerin Pipilotti Rist und Annelies Strba beteiligt...".
Michael Allgaier
Kunst-Stoff-Online,
August 2003
"...für den Stuttgarter Netzkünstler Johannes Auer (ist) Text
ein Material, das durch das Internet vielfältig verwandelt werden kann.
In concrete-maschine
wird bereits geschriebener Text (...) in ein Bild mit vielen Rechtecken umgeformt.
Nicht beliebig, sondern nach einem offengelegten Algorithmus, der den Buchstaben
einen bestimmten, logischen Platz zuweist. Das Spiel mit Sprache ist bei Auer
auch ein Spiel von Produktion und Reproduktion von Sinn. Die ästhetischen
Vorstellungen der Netzkunst hält Johannes Auer aber nicht für grundsätzlich
neu. Schließlich gebe es hier den Bezug auf "ältere Avantgardekonzepte
wie beispielsweise die Selbstreferenzialität, also die Untersuchung der
Mittel der Kunstproduktion und ihre Reflexion". Das Internet ist also nicht
nur der Träger des Kunstwerkes, wie es im Browser erscheint, sondern Teil
des Kunstwerkes selbst. (...)
Ganz neu dagegen ist Johannes Auers Netzprojekt The
Famous Sound of Absolute Wreaders. Beteiligt sind sechs Netzautoren und
das ORF Kunstradio Wien. Die Texte der
Autoren werden jeweils von den anderen neu generiert und zu einer Collage zusammengeführt,
die im Radio gelesen und inszeniert ("performt") wird. User, die im
Vorfeld die Projektseite besuchen, können eigene Dateien auf den Server
der Website hochladen. Diese werden dann während der Sendung parallel zur
Aufführung der Textcollage gelöscht. Am Ende werden mit der Sendung
am 21.9.2003 sechs neue Webprojekte entstehen. Produktion und Reproduktion finden
in der Netzkunst zwar immer zu Bedingungen des Internets statt, müssen
aber nicht auf das Netz beschränkt bleiben...".
Marko Schacher
Sonnendeck,
August 2003, S. 20
"... Seit einigen Wochen ist nun Auers neuestes Internetprojekt http://www.concrete-maschine.de
online. Der neugierige Besucher wird mit den Statements "Die Sprache ist
korrupt!" und "Die Sprache ist der Code der Macht!" begrüßt.
Darum ruft Auer dazu auf, mittels seiner "concrete_maschine" die Sprache
des herrschenden Codes ins bildlich Konkrete zu befreien: "Compute the
text. Gib ihn der concret_maschine und mach ihn zu einem freien Bild!"
Konkret sieht das so aus: Der User kann entweder einen beliebigen Text in ein
Fenster schreiben, einen Textblock aus einem Dokument reinkopieren oder aber
die URL einer Website eintragen. Einfallslose und Neugierige können vorgefertigte
Texte wählen oder im "History"-Ordner stöbern. Der Text,
bzw. Quelltext der Dokumente wird anschließend nach einem genau nachvollziehbaren
Schema in ein abstraktes Bild mit 26 mehr oder weniger bunten Quadraten umgewandelt.
Die Hintergrundfarbe richtet sich nach dem Datum der Eingabe, die Größe
und Farbe der Quadrate nach der Anzahl der einzelnen Buchstaben im Text. (...)
Insgesamt ist das Projekt eine quasi multimediale Fortsetzung der konkreten
Poesie, die Wörter in einzelne Laute auflöste und Buchstabenbilder
schuf - und ein schöner Seitenhieb auf die oft völlig aussagelosen,
aber gekünstelten Textmassen unseres Medienzeitalters. Sagt ein Bild tatsächlich
mehr als tausend Worte? Nein, genauso wenig!"
Danica Krunic
IASLonline,
Uni München, Februar 2003
"... Abhilfe will da die "concrete_maschine"
des Konzept- und Netzkünstlers Johannes
Auer schaffen. Vielen von dem Gefühl Betroffenen, dass die Wüste
wachse, sobald sie den Mund auftun, kommt sicherlich dieser programmatische
Satz zupass: "Die concrete_maschine (TM) befreit die Sprache des
herrschenden Codes ins bildlich Konkrete!" Das Anschauliche also,
ja, das ist immer ein Trost im Eismeer der Abstraktion! Gehirnpoesie!
Nicht mehr das Gesellschaftlich-Allgemeine wird ausgedrückt werden,
sondern das Individuelle, Persönliche, mir allein Zugehörige!
Nicht klirrende Bedeutungsfähnchen im Wind, sondern die Fülle
des geistigen Wohllauts.
Um solche Anschaulichkeit zu erzielen, verwendet die "concrete_maschine"
einen Algorithmus, mit dessen Hilfe etwas entsteht, was vage an die Werke Piet
Mondrians anzuschließen scheint zugleich aber vielleicht auch abzuschätzen
hilft, was es tatsächlich bedeutet, von einem Medium in ein anderes zu
übersetzen. Insofern liegt hier auch eine praktische Übung in fortgeschrittener
Intermedialität vor..." >> mehr
Lift Stuttgart, 3/2003, S.70
"...Die Sprache ist korrupt! Johannes Auer geht mit seiner Concrete
Maschine ins Internet: Der Computer wandelt die Worte in graphische Elemente
um...".
Thomas Klingenmaier
Stuttgarter Zeitung, 17.02.03
"...Jeden Tag rütteln neue Texte an unserem Vertrauen in das geschriebene
Wort. Es gibt Stellungnahmen von Politikern oder Verlautbarungen aus Konzernzentralen,
die einzig dem Zweck dienen, die Illusion zu erwecken, hier werde etwas gesagt.
In Wirklichkeit ist der Text aber bloß eine Buchstabenmauer, die jeden
Durchblick auf das verhindern soll, was die Schreibenden oder ihr Auftraggeber
nicht mit uns teilen möchten. Der Stuttgarter Künstler Johannes
Auer entlarvt mit seinem Projekt "concrete_maschine"
diesen Prozess der Kommunikationsvortäuschung. Hier kann man eigene Texte
eingeben oder mittels Link einen fremden Text aus dem Netz aufrufen. Dann darf
man einen unscheinbaren Knopf drücken und die vertrauten Zeichen mittels
Knopfdruck in eine Klötzchengrafik überführen. Damit man die
Mauer endlich mal sieht, die Wort um Wort vor einem aufgebaut wird..."
Alessandro Ludovico
Neural.it, 14.02.2003
Concrete_Maschine, il testo come composizione visuale astratta.
"...Concrete_Maschine è
un opera concettuale di Johannes
Auer che prende spunto dalle avanguardie storiche e alle loro pratiche radicali
nei confronti dell'elaborazione del linguaggio. Proclamando la 'corruzione del
linguaggio' e il suo ruolo di 'codice del potere', cerca di romperne i dominanti
schemi interpretativi attraverso un'algoritmica interpretazione del testo. Questo,
infatti, una volta analizzato viene reso in una matrice 5x5 con riquadri proporzionali
all'occorenza delle lettere al suo interno. Dopo l'inserimento del testo nel
cubismo e nel dadaismo, le dissoluzioni dada delle parole in suoni, la riduzione
alle singole lettere dei Lettristi e le poesie concrete degli anni settanta,
questa quantizzazione asettica digerisce ogni testo incollato nell'apposita
finestra, o specificato tramite un URL. E mandando in dissoluzione segni e significati,
ristruttura il linguaggio in un'immagine astratta e spietata...".
Sylvia Egger:
perspektive - Hefte für zeitgenössische
Literatur
No. 43 + 44 (avantgarde_under_net_conditions, 2002), S. 52f.
"du laesst mädchen dada-traenen weinen und t-shirts mit "avantgarde ist
wurscht" drucken. in einem interview sprichst du davon. dass das internet alte
avantgarde-konzepte reaktiviert. du nennst ein wesentliches konzept: das der
selbstreferentialitaet von kunst und kuenstlerinnen - also eine "hyperwachsamkeit"
den mitteln, den strukturen und diskursen gegenueber, mit und in denen man arbeitet.
wie sehen die apparate und mittel fuer deine diskursivitaet aus und welche weiteren
konzepte der avantgarde finden im internet einen neuen "frühling"? >>
mehr
Danica Krunic
IASLonline,
Uni München, September 2002
"Die Internetseite das-deutsche-handwerk.de bietet umfassende Recherchemöglichkeiten
zum Thema Netzliteratur und Netzkunst. Sie verweist auf poetologische
Grundlagen sowie auf die bedeutendsten
Projekte der Hyperfiction und der NetArt. Die Sammlung ist aus künstlerischen
Projekten und wissenschaftlichen Forschungstätigkeiten der Künstlergruppe DAS
DEUTSCHE HANDWERK entstanden, die seit 1993 existiert (...).
Den Kopf des Zirkels bildete bis vor zwei Jahren der Stuttgarter Konzept- und
Netzkünstler Johannes Auer unter dem Pseudonym Frieder
Rusmann. Einen kleinen Einblick in sein Leben und Werk gibt die chronologische
Aufstellung seiner spektakulären
Ausstellungen wie etwa das Online-/Offline-Projekt Fabrikverkauf
aus dem Jahre 1999, in welchem Elemente des E-Commerce mit denen der Net-Community
verbunden werden, um eine Parodie auf die stattfindende Verkommerzialisierung
des Internet anzulegen und einen Lösungsvorschlag auf Individualitätsverlust
eines Kunstwerks durch seine Vervielfältigung zu geben. Ebenso kritisch begegnet
Rusmann dem Klonprozess, Permutationen und dem Geniegedanken in seinem aktuellen
Internetspiel Wertschöpfung
oder wie Kunst entsteht: Ironischerweise soll hierbei durch eine Spritze,
mit der man Zellen in einer Petrischale eine Injektion geben muß, verhindert
werden, dass geklonte Schafe entstehen... ."
Alessandro Ludovico
Neural.it, 20.05.2002
"Log-Book, la letterarietà dei log.
La narrativa elettronica si è sempre confrontata con i sistemi automatici,
dai primi esperimenti di generazione automatica di testi negli anni settanta,
ai software per superare i test di Touring come Eliza, fino ai freeware e ai
programmi in perl dei giorni nostri che simulano discorsi compiuti o generano
termini a partire da un più o meno ricco database. Johannes Auer ha fatto
il passo successivo, ricostruendo una grammatica dai meccanismi di letteratura
del codice automatico, generati in ogni momento in rete. Il suo Log-Book,
converte le informazioni essenziali su ogni accesso degli utenti in un ripetitivo
graffito del tipo '217.230.32.7 is the home. Mozilla/4.79 [en] (Win98; U) is
my eye, ear, assistant. I came from http://www.kunsttod.de/ttt.htm. And en is
my mother tongue. ' Il fascino irrestistibile della narrazione per tecnofili
e futuri server dotati di propria intelligenza."
Reena Jana
rhizome.org - net art news, NY, March 13, 2002
"Net Art is Dead! (?) - With references to Marcel Duchamp and a decidedly Modernist
feel, Germany's Frieder Rusmann's (aka Johannes Auer) "For
the Natural Death of the Work of Art" seems retro, yet teems with net art
spirit. Download a manifesto! Sign up to protest via email! Or just click through
the intriguing screens, such as a "haiku" that's either disturbing or funny,
depending on your mood... ."
Christian Zehnder
art.21-zeitdruck, Bern, Heft 6, März 2002, S. 52f
"Best Game Ever - Wenn das Genie da ist, kann man, wie bei Bernhard, daneben
untergehen, der Untergeher sein, oder man kann den Geniegedanken ad absurdum
führen. Letzteres tut der Stuttgarter Künstler Frieder Rusmann in
seinem Internetspiel »Wertschöpfung«.
(...) In Rusmanns Spiel geht es um serielle und permutative Kunst. Die ist »ziemlich
geniefrei und computernah«. (...) Das Geniale am Spiel ist der zweite
Teil. Die im ersten Teil erzielten Picasso-Punkte haben den Spieler zum schöpferischen
Künstler gemacht. Er kann jetzt »permutativ-zufällig«
Künstlernamen generieren, die gleichzeitig mit schönen Künstler-Topoi
visualisiert werden. So gehört zu Marcel Duchamp die Schachfigur, zu Joseph
Beuys das Fett, zu Yves Klein das Yves-Klein-Blau, Hermann Nitschdas Blut, zu
Günther Ücker der Nagel und zu Andy Warhol die Cambpell-Suppendose.
Je mehr Picasso-Punkte der Spieler hat, desto mehr Permutationskunstwerke darf
er schaffen. Das Absurde am Spiel (...) ist die Tatsache, dass der Schöpfer
im Grunde der Computer selbst ist. Das letzte Genie ist die Maschine... . >>
mehr
Henning Dedekind
Stuttgarter Nachrichten, 17.10.2001
"...Was aber macht die originäre Netzliteratur aus? Ein von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft gefördertes internationales Symposium an der Universität
Erfurt mit dem Titel "Poesis
- Poetics of Digital Text'' sollte unlängst diese Frage klären.
Eingeladen waren Kunstschaffende, Wissenschaftler und Autoren, darunter auch
der Stuttgarter Netzkünstler Johannes
Auer. (...)
Nicht nur das traditionelle Literaturverständnis, auch die herkömmliche
Beziehung zwischen Autor, Werk und Leser ist daher in Frage gestellt. Längst
gibt es den interaktiven oder kollektiv verfassten Roman, in Auers "Kill
the Poem'' kann sogar ein Gedicht per Web-Knarre erschossen werden... ."
Kunstforum
international, Bd. 155, S. 490
"...Eine Protestplattform hat der Künstler Frieder Rusmann im Internet
eingerichtet. Dort zieht er nun gegen den Ewigkeitswahn des Kulturbetriebs zu
Felde. Anstatt jedes alte Gemäuer zu restaurieren oder die Turnschuhe eines
Ministers als "Kunstobjekt" ins Museum zu stellen, sollten wir lieber "den
natürlichen Tod des Kunstwerks" in Kauf nehmen. Rusmann will "kollektiv
verdrängte Traumata" freilegen, indem er uns klar macht, wieso wir uns
eigentlich mit konservatorischen und restauratorischen Techniken abgeben. Wer
Rusmanns Meinung über die Vergänglichkeit aller Kunst teilt, ist zur
Unterzeichnung eines entsprechenden Manifests aufgerufen.
Infos: www.kunsttod.de"
Sophie von Glinski
SWR.de thema,
28.09.01
"...SWR2 und SWR.de thema stellen einen Stuttgarter Netz-Künstler
vor, der Poesie ins World Wide Web bringt. Johannes Auer ist am Samstag (29.9.)
zu Gast in der Sendung "Literatur im Land", die SWR2 in Baden-Württemberg
live vom Kulturmarkt überträgt.
Johannes Auer ist der Beweis: die Anonymität des Netzes bedeutet nicht
den - von Theoretikern immer wieder befürchteten - "Tod des Autors".
Im Gegenteil: der Netz-Autor Auer nutzt das Web als neues, weites Feld für
seine schöpferische Phantasie. Dingfest machen aber lässt sich der
Cyber-Künstler nicht. Auf seiner Homepage spielt Johannes Auer mit der
Idee, dem Besucher Einblick in sein Gehirn zu gestatten. Was denkt der Künstler
wirklich? Was ist der Sinn seiner Kunst? Wer mit der Maus das Gehirn anfährt,
um Einlass zu erhalten, erntet nur ein virtuelles Stirnrunzeln: der "degenerierte
Hirnlappen des Künstlers" schwillt an und färbt sich rot. Johannes
Auer: 'Kunst erklären'..." >>
mehr
Kunstnet Norge, 06.09.2001
"...«Kill the Poem»: anti-museumskunst-kunst i gif-format.
Tyskeren og littaraturavantgardisten Johannes Auer vil ha slutt på konserveringen
av klassisk kunst. Men nett- og popkunst vil han ha mer av. I Stuttgart i Tyskland
er Johannes Auer (eller Frieder Rusmann) og hans medsammensvorne kjent for å
ville den museale kunstscene til livs. De ser den som et symptom på vår
tids infantilisering og frykt for alderdom og død. De mener at ethvert
kunstverk tilhører sin egen tid, og kjemper for alle kunstverks rett
til å dø en naturlig død. Skjønt, på grunn
av ironien, er det uklart hvor seriøst dette budskapet er ment. Dette
har blant annet nedfelt seg i nettarbeider og et manifest på nettstedet
www.kunsttod.de som er
dedikert saken. Manifestet fins på både tysk og engelsk..."
>> mehr
art - das Kunstmagazin, Juli 2001, S. 123
"...Johannes Auer, Konzeptkünstler fordert, "den
natürlichen Tod des Kunstwerks" zu akzeptieren. In der "zwanghaften
Erhaltung von Kunst", der "ständigen Reanimation und ,Wiederentdeckung'
vergangener Kunstepochen" sieht er die "heutige Phohie vor Alter Runzeln und
Tod". Unter dem Pseudonym Frieder
Rusmann liefert der Stuttgarter zu seinem Manifest eine Unterschriftenliste
mit (www.kunsttod.de).
Was allerdings mit der Zustimmung zu Forderungen wie "Falten für Mona Lisa"
und "Schluss mit Ausstellungen der klassischen Moderne" passiert, ist unklar.
Und die tägliche Rasur (Foto) müsste dann phobietherapeutisch auch
eingestellt werden..."
Oliver Gassner
Stuttgarter Zeitung, 13. Juli 2001
"...seit Ende der neunziger Jahre tut sich in Stuttgart mehr bei der literarischen
Avantgarde, als (...) im täglichen Literaturbetrieb oder im Feuilleton
sichtbar wird. Nicht wenige Protagonisten der literarischen Online-Kunstszene
stammen aus der Landeshauptstadt oder arbeiten in oder bei Stuttgart: Die mehrfache
Netzliteratur-Preisträgerin Susanne Berkenheger, die in Uruguay lebende
Martina Kieninger, Johannes
Auer und Döhl selbst zählen unter anderem zu ihnen. Und das Produktionsvolumen
ist erheblich: Von Auer/Döhl und Susanne Berkenheger sind im Züricher
Update Verlag
zwei CD-Roms erschienen, welche die im Internet zugänglichen Werke
auch ohne Netzanschluss zugänglich machen.
Unter den Projekten sind neben umfangreichen und international besetzten Gemeinschaftswerken
zu Helmut Heißenbüttel und Gertrude Stein und dem bereits erwähnten
Poetenwinkel auch bewegte Gedichte, so genannte "dynamic poetry" (wie "kill
the poem" und der Tribut "worm
applepie for doehl" von Auer) oder Döhls Permutationsspiel "Tod eines
Fauns". Daneben finden sich auf den Homepages von Döhl und Auer Arbeiten,
die in Kooperation mit anderen Autoren entstanden sind, wie Martina Kieningers
interkontinentales "TanGo-Projekt"
oder die "Kettenmails aus der Badewanne'' des Stuttgarter Autors Klaus F. Schneider.
Projekte, die sich nicht auf die Möglichkeiten des Computers allein beschränken,
sondern die zusätzlich die Dynamik des Internets in ihre Textspiele mit
einbeziehen. Bleibt den Literarhistorikern zu wünschen, dass sie das Spiel
mit dem Text wiederentdecken und zur Entdeckungsfahrt in den blinden Fleck Stuttgarter
literarische Avantgarde aufbrechen.
Roberto Simanowski
FAZ online, 10. Juni 2001
"...Unter dem Pseudonym Frieder Rusmann hat der Künstler Johannes Auers
sein Online-/Offline-Projekt "Kunsttot"
in drei Zonen gegliedert: manifest.zone, test.zone und protest.zone. Erstere
empfängt einen mit zwei Reihen von Händen, die alsbald ganz ungeordnet
über den Bildschirm laufen, alle nach dem Klick zu rufen scheinen, dann
aber nirgends hinführen, sondern ihre Schlagworte hervorholen.
(...) Rusmann-Auer hat seine Beobachtungen mit einigen schönen Behauptungen
versehen. Er weist auf die um sich greifende Infantilisierung hin, die den Tretroller,
gegen den früher schon Vierjährige auf das Fahrrad bestanden, zum
Trendsportgerät der Mittdreisiger werden lässt. Er vergleicht die
zwanghafte Restaurierung alter Kunstwerke mit dem Face-Lifting des Schönheitschirurgen
und dem Jogging-Widerstand gegen erschlaffendes Fleisch. Bestes Beispiel ist
die Dresdner Frauenkirche: "der historische Prozeß wird umgekehrt und
das ausgebrannte Symbol einer Gewaltherrschaft wird mit weltweitem Spendenaufkommen
versöhnlich zurückidyllisiert." (...).
Soweit die Politik. Folgt der Spaß der test.zone, wo man Mona Lisa durch
Klicks einen Bart verpassen, sie ausziehen (ja, sie ist eine Frau) und, denn
sie wird alt und ihr ist kalt, wieder bekleiden kann. Man kann auch die Frauenkirche
per Klick "rückbauen", kann beim berühmten Urinal die Spülung
betätigen, kann Reinhard Döhls Apfel-Gedicht - ja, das ist auch schon
über 35! - vom Wurm zerfressen lassen oder eine antike Plastik durch einen
Porsche umfahren und diesen dann durch einen Nike-Sportschuh platt treten. (...)
Der Klick auf abschicken ist schnell getan und das könnte es dann gewesen
sein. Man kann freilich auch noch ein bisschen nachdenken über den erwähnten
Widerspruch Archivierung und Jugendwahn.
Ist das Festhalten an altehrwürdigen Kunstwerken, das hier so moniert wird,
nicht die bessere Medizin gegen eine ganz auf Jugendlichkeit und Infantilisierung
setztende Dramaturgie des Spektakels? Soll Mona Lisa wirklich Big Brother das
Feld räumen? Man weiß nicht, wie ernst Rusmann-Auer es
meint; Text und technische Präsentation sind jedenfalls voller Ironie.
(...) So scheint das Manifest insgeheim nach dem zu rufen, was es auf der Oberfläche
verdammt. Aber sicher ist es nicht. Sonst wär's ja auch keine Kunst." >>
mehr
Christina Omlin
drs.ch Schweizer Radio DRS, 28. Mai 2001
hören: Interview
Johannes Auer von Christina Omlin (DRS Schweizer Radio)
"...Zwei Projekte im Bereich Netzliteratur
wurden an den Solothurner Literaturtagen näher vorgestellt: "Hilfe" von
Netzautorin Susanne Berkenheger und mehrere Arbeiten der beiden Netzkünstler
Johannes Auer und Reinhard
Döhl. (...) Johannes Auer und Reinhard Döhl versuchen ihre Arbeiten
in die Nähe der konkreten Poesie und der experimentellen Kunstformen wie
Pop Art oder die ready-mades von Marcel Duchamp zu rücken. Ihre Texte sind
weit mehr als Sprache (...) Ein weiteres Beispiel ist Auers Seite "kill
the poem". Mittels eines Klicks auf eine Pistole, wird ein permutiertes
Gedicht zusammengeschossen, wortweise. Ein Hinweis auf die Kurzlebigkeit aller
Kunst oder das Recht auf den Tod jedes Kunstwerks. Auer hat auch ein Manifest
entworfen, indem er den natürlichen
Tod jedes Kunstwerks fordert, die Museen verdammen, die Konservatoren in
die Hölle wünscht. Das Gedicht ist politische Aussage und Idee zugleich.
Text und Bild ergeben zusammen weit mehr als ihre Einzelteile..." >>
mehr
>> Pressespiegel
Solothurner Literaturtage
Roberto Simanowski
FAZ online, 27. Mai 2001
"...Der Stuttgarter Konzeptkünstler Johannes Auer ist inzwischen
mit verschiedenen Projekten im Netz bzw. in den digitalen Medien aufgetreten.
Genannt seien sein "Pietistentango",
sein "Killerpoem"
oder seine Hypertext-Parodie zum "Arte Liter@turwettbewerb",
"Das
Pferd am Handy". Zu erwähnen ist auch "Worm
Applepie for Doehl" als digitale Fortschreibung konkreter Poesie,
die den Wurm in Reinhard Doehls berühmten Apfel-Gedicht zu digitalem
Leben verhilft. Mit "Fabrikverkauf"
hat Auer ein Netz-Projekt vorgelegt, das über das Reich der Digitalität
hinausgeht. Im Real-Experiment klärt er die Frage, was E-Kommerz
für die Kunst zu leisten vermag. Da hierbei das T-Shirt (als die
Kleidungsform der Moderne) und das Netz (als das Medium unserer Zeit)
zusammentreffen, ist dieses Projekt absolut auf der Höhe der Zeit.
Eine digital-reale Spielform der Konzeptkunst, deren Parodie auf die stattfindende
(und genutzte) Verkommerzialisierung des Internet man eigentlich gar nicht
ernst genug nehmen kann..." >> mehr
Die Welt, 20.04.2001, S.34
"...Einmalig: Das wollten wir schon immer lesen: Tod der Kunst!!! Wollten wir das?
Wollen wir Mona Lisas Falten sehen? Oder wie die Dresdner Frauenkirche durch unsere
Spende erst wieder aufgebaut und dann dem "Rückbau" anheim fällt? Natürlich nicht.
Oder vielleicht doch? Lebt die Kunst, obwohl nur Öl auf Papier/Leinwand, aus Stein
oder gar Worten? Warum verhelfen wir ihr zum Fortleben? Die Antwort des Konzeptkünstlers
Frieder Rusmann scheint abwegig und deshalb bedenkenswert: "Kunst als zeitlose Konstante
ist die Wunschprojektion der altersfreien Gesellschaft, ein verkehrtes Dorian-Gray-Syndrom..."
Roberto Simanowski
dichtung.digital - Magazin zur digitalen Ästhetik, Mai 2001
"...Die Forderungen in Rusmanns neuem Projekt Kunsttot
sind provokant und ironisch zugleich: Für den natürlichen Tod des
Kunstwerks heisst es ganz groß. (...) Der Aufhänger scheint im Biergarten
geboren und besteht faktisch im frechen Anders-Herum-Lesen: Musealisierung nicht
als Verneigung vor dem Alter, sondern als dessen Negation.
(...) Rusmann-Auer hat seine Beobachtungen mit einigen schönen Behauptungen
versehen. Er weist auf die um sich greifende Infantilisierung hin, die den Tretroller,
gegen den früher schon Vierjährige auf das Fahrrad bestanden, zum
Trendsportgerät der Mittdreisiger werden lässt. Er vergleicht die
zwanghafte Restaurierung alter Kunstwerke mit dem Face-Lifting des Schönheitschirurgen
und dem Jogging-Widerstand gegen erschlaffendes Fleisch. Bestes Beispiel ist
die Dresdner Frauenkirche: "der historische Prozeß wird umgekehrt und
das ausgebrannte Symbol einer Gewaltherrschaft wird mit weltweitem Spendenaufkommen
versöhnlich zurückidyllisiert." (...).
Soweit die Politik. Folgt der Spaß der test.zone, wo man Mona Lisa durch
Klicks einen Bart verpassen, sie ausziehen (ja, sie ist eine Frau) und, denn
sie wird alt und ihr ist kalt, wieder bekleiden kann. Man kann auch die Frauenkirche
per Klick "rückbauen", kann beim berühmten Urinal die Spülung
betätigen, kann Reinhard Döhls Apfel-Gedicht - ja, das ist auch schon
über 35! - vom Wurm zerfressen lassen oder eine antike Plastik durch einen
Porsche umfahren und diesen dann durch einen Nike-Sportschuh platt treten. (...)
Der Klick auf abschicken ist schnell getan und das könnte es dann gewesen
sein. Man kann freilich auch noch ein bisschen nachdenken über den erwähnten
Widerspruch Archivierung und Jugendwahn.
Ist das Festhalten an altehrwürdigen Kunstwerken, das hier so moniert wird,
nicht die bessere Medizin gegen eine ganz auf Jugendlichkeit und Infantilisierung
setztende Dramaturgie des Spektakels? Soll Mona Lisa wirklich Big Brother das
Feld räumen? Man weiß nicht, wie ernst Rusmann-Auer es
meint; Text und technische Präsentation sind jedenfalls voller Ironie.
(...) So scheint das Manifest insgeheim nach dem zu rufen, was es auf der Oberfläche
verdammt. Aber sicher ist es nicht. Sonst wär's ja auch keine Kunst." >>
mehr
Dieter Kief
Südkurier, 5.04.2001
"...Johannes Auer, der
im Kulturzentrum als Frieder Rusmann agierte, (...)
sucht nach seiner freien Bahn. Die führt zunehmend durch besetztes
Gelände. Auers Kunst reagiert darauf. Die vorhandenen Bildwelten von Marinetti,
Beuys und Duchamp werden mit den ironisch gewendeten Mitteln der Pop-Art umspielt
und aufgebrochen. Etliche Fallgruben machen seinen Weg freilich zum Zick-Zack-Kurs.
Yves Kleins legendäres Blau beispielsweise ist mittlerweile patentiert.
"Da kann ich, sagt Auer mit einem Schulterzucken, "nur so nahe als möglich
heran. (...) Frieder Rusmanns Konsequenz ist das "Manifest
für den natürlichen Tod des Kunstwerks" (www.kunsttod.de). (...)
Würde das Althergebrachte verschwinden, böte sich endlich Platz für
die Nachgeborenen. Das ist soweit plausibel, aber das Konstanzer Publikum ist
überaus zögerlich mit der Unterschrift: Hat er das jetzt ernst gemeint?!
Bosch und Breughel, Beuys und Bense: weg damit?! - Auer lacht: Sein Frieder
Rusmann funktioniert durchaus in solchen Augenblicken der Irritation - während
der leibhaftige Künstler in seiner Kunst-Figur verschwindet."
"...Reinhard Döhl, Pionier der Konkreten Poesie und Johannes Auer, Konzept-Künstler,
sind zusammen aus Stuttgart angereist, um im Kulturzentrum die Spiel-Felder
zu bestellen, die sich zwischen bildender Kunst und Poesie bzw. Prosa von alters
her auftun. Die Spanne, die sie für ihre Unternehmung ausmessen, reicht
weit. Da ist zunächst ihr Vortrag über die Geschichte der Neuerer
von Theokritos (3. Jhdt. vor) bis zum Humanisten Scaliger, von Duchamp über
Schwitters bis hin zu Max Bense und Andy Warhol. Dazu gibt es Beispiele von
Computer-Kunst
aus der Werkstatt von Döhl und Auer. Sowie: Bildwerke der beiden Künstler
als Bestandteil der das Projekt begleitenden Ausstellung. "Text sucht Bild"
lautet das Konstanzer Motto." >> mehr
Jürgen Raap
Kunstforum international, Bd. 150 (April - Juni 2000), S. 482
"... Frieder Rusmann, Kopf der Stuttgarter Künstlergruppe "Das deutsche
Handwerk", hat nun eine ähnliche "Geschäftsidee" entwickelt. T-Shirts,
die Rusmann mit seinen Kunst-Motiven bedruckt und dann als "art wear- Edition"
anbietet, kann man freilich nicht direkt in seinem Atelier abholen, sondern
nur via Internet ordern. Wer dann mit diesem T-Shirt durch die Gegend läuft,
wird Teil einer "walking exhibition" (...) die Topographie eines virtuellen
Geschäftsganges wird sichtbar und gleichzeitig der Kunstkauf aus seiner
rein kommerziellen Funktion befreit...".
Ulrike Knöfel
DER SPIEGEL 1/2000, S. 173
"...Der Stuttgarter Konzeptkünstler Frieder Rusmann verkauft übers
Internet T-Shirts: Seine Kunden sollen sich als mobile Kunstwerke erleben.
Sex sells und deshalb posiert auf dem popartigen Kunstwerk eine gekurvte
Schönheit mit heruntergerutschtem Bikiniträger, Ibiza-Charme und einem
eindeutig viel versprechenden Lächeln. (...) Der Stuttgarter Künstler
Frieder Rusmann, der eigentlich Johannes
Auer heißt, hat das baumwollene Bikini-Stück und vier weitere
Modelle nur zu einem Zweck entworfen: um sie im Internet zu verscherbeln.
Schierer Kommerz oder neudeutsch: E-Commerce also. Immerhin ist
die Auflage streng limitiert, die Exemplare sind signiert. Aber wo bleibt die
wahre Kunst? Die soll entstehen, wenn Rusmanns Kunden mitspielen: Beim Kauf
lassen sie sich registrieren und erhalten, wie sich das in Internet-Zeiten gehört,
ein Mitgliedspasswort. Mit dem dürfen sie sich auf der Homepage einloggen
um anzukündigen, wann und wo sie zu besichtigen sind. Dann passiert
es: Wenn Tanja sich samstags in einer Disco zeigt, "sus" durchs Deutsche Museum
in München flaniert, wird der "www.fabrik-ver-kauf.de"
der Titel des Projekts zur "walking
exhibition" so der Untertitel.(...)
Für den Kunsthistoriker Beat Wyss ist das T-Shirt immerhin nicht nur ein
XXLbeliebiges Kleidungsstück, es verkörpere auch mehr als jede andere
Warenform die Mentalität einer ganzen Epoche. Rusmann ist schon einen Schritt
weiter: Nur das Shirt, das aus dem Netz kommt, kann heute das angemessene Zeitgeistprodukt
sein.
Bei aller Skepsis gegen den Netz-Hype verscherzen will es sich Rusmann
mit den Internet-Fans nicht. Schließlich wirbt seine Ironie-Aktion für
das Cyberspace als künstlerisches Medium.
Hintersinnig schlachtet er dabei die Avantgardisten und Pop-Artisten aus, Beuys'
Forderung nach Kunst von und für jedermann oder Andy Warhol und dessen
Satz, jeder Mensch habe im Leben die Chance, 15 Minuten berühmt zu sein.
Statt in billigen Talkshows zu landen, verwandeln sich Shirt-Besitzer auf der
Suche nach Ruhm in mobile Kunstwerke, erleben ihre eigene Performance. Wenn
sie wollen, stundenlang: Karaoke fürs kunstsinnige Auge.
Auch den Theoretiker Walter Benjamin lässt Rusmann nicht aus. Der beklagte,
das Kunstwerk verliere in Zeiten massenhafter Vervielfältigung seine Aura.
Rusmann holt die Aura zurück: Sobald ein Käufer in sein Shirt schlüpfe,
sagt er, werde es irgendwie einzigartig. So einfach ist das.(...)
Als Mitglied des Künstlertrios "Das Deutsche Handwerk" hat Rusmann
schon früher überzeugend den heiligen Kommerz persifliert, genauso
wie die verbiesterte Kritik daran. So bauten die "Handwerker" 1998 im
Württembergischen Kunstverein einen Museumsshop mit bedeutenden
Promi-Devotionalien wie dem Busen
von Lady Di. Selbst die ernste "FAZ" lobte die
fröhliche "Duchamperei" als "Zugluft in den windstillen Gegenden
der Kunst...". >>
mehr
Simone Drescher
Stuttgarter Nachrichten, 12.09.2000
"... Frieder Rusmann, der eigentlich Johannes
Auer heißt, aber Pseudonyme liebt, startete mit seinem Fabrikverkauf
ein Experiment, das E-Commerce mit Kunst verbinden soll. Er macht den virtuellen
T-Shirt-Käufer zum Teil der Internet-Gemeinde und eines mobilen Ausstellungsprojekts,
der "Walking Exhibition''.(...)
Die Ironie spielt bei Rusmanns Experiment eine wichtige Rolle. Denn um den schnöden
Mammon geht es ja in der Kunst nicht. Kann es hier auch nicht, leben kann der
Online-Fanatiker vom T-Shirt-Verkauf nämlich nicht. Die von ihm gestaltete
Internetseite darf eher als Parodie auf den Kult um verschworene Web-Communities
verstanden werden. Rusmann: "Das Thema E-Commerce ist ein Wahnsinns-Hype - das
ist eine einzige Performance.'' (...)
Frieder Rusmann erhielt beim vergangenen Filmwinter eine lobende Erwähnung
der Stadt Stuttgart in der Kategorie neue Medien. Neben dem Versuch, die Frage
zu klären, "was E-Commerce für die Kunst zu leisten vermag und welche
Strukturen sich dabei bilden" befand die Jury den Sprachwitz der Seite als "allerhochlöblichst".
>> mehr
Nicolas F.
Chonic'art, April 2001
"...Plus critique, Fabrikverkauf
propose en quelques clics de nous vendre un T-shirt, de nous faire adhérer à
une communauté, de nous transformer en mécène et en support artistique... tout
un programme. Sur ce site allemand, le surfeur choisit un vêtement parmi une
dizaine dessinés par Frieder Rusmann.
Il le recevra chez lui une fois la transaction effectuée. L'acheteur devient
le support à l'oeuvre et peut faire paraître sur le site les dates et heures
de ses prochaines exhibitions comme autant d'expositions vivantes disséminées
à travers le monde. L'heureux possesseur d'un T-shirt se voit attribuer un identifiant
et un mot de passe lui ouvrant ainsi les portes d'une communauté virtuelle.
(...) Dans la lignée de Marcel Duchamp et d'Andy Warhol, chacun peut devenir
autre chose que soi-même (les acheteurs deviennent des galeries vivantes), chacun
obtient son heure de gloire par sa médiatisation sur le réseau. Brouillage des
codes, brouillage des supports sont au programme du défilé de pixels. Fabrikverkauf
est un site expérimental qui met à nu les pratiques de l'e-commerce en les transférant
dans le domaine des arts plastiques. L'architecture du site est ultra sobre,
à l'image des vitrines minimalistes de magasins branchés : priorité au contenu.
Fabrikverkauf utilise les mêmes méthodes que le marketing vestimentaire et les
englobent dans une réflexion artistique et critique au point d'en oublier le
vêtement. Place au rêve?..." >> mehr
Christian Stolz
Stuttgarter Zeitung, 14.12.99
"...Frieder Rusmann verkauft im Internet unter der Adresse www.fabrik-ver-kauf.de
T-Shirts mit Aufdrucken aus seinem künstlerischen Werk: Bekannte und verfremdete
Motive aus der Kunstgeschichte werden mit teils provozierenden, hintergründigen
(Un)sinnsprüchen wie "Avantgarde is wurscht" oder "unst: K" versehen. Das
T-Shirt, sieht Rusmann als Symbol der Popkultur(...).
[art wear] ist ein Kunstexperiment, das e-commerce und e-art miteinander verbindet.
Lässt sich der User darauf ein, kann er sich von Link zu Link weiterklicken
und taucht immer tiefer ein in die skurrile Welt der Internetkunst. Sprachwitz,
Nonsenstexte und Wortspielereien jagen einander (...).
Die Einladung zur Internetausstellung
hat - wie könnte es anders sein, denn es geht ja ums Verkaufen - das Erscheinungsbild
einer 1-Dollar-Note. Bei genauerem Hinsehen jedoch erschließen sich einige
Fakes...". >> mehr
ELLE, April
2000, S.100
ART-WEAR
"...Exklusivität und Tragekomfort garantiert. Mehrwert inklusive..."
Ricarda Stiller
S-Trip, 3/2000
"...Ironisch wird die Grenze zwischen Leben und Kunst, Kunst und Kommerz zum
Thema gemacht..."
Marko Schacher
Lift Stuttgart, 02/2000, S. 61
"...auch Stuttgarter Künstler mischen bei der Netzkunst an vorderster Front
mit. Allen voran: Frieder Rusmann , dem jüngst Der
Spiegel unter der Überschrift "Karaoke fürs Auge" einen
großen Artikel widmete. Unter der Adresse www.fabrik-ver-kauf.de
kann der User adrette Damen und Herren begutachten, die Rusmanns "art-wear"
vorführen: T-Shirts, die mit pop-artigen Mädels und hintergründigen
(Un)sinnsprüchen wie "Avantgarde is wurscht" und "unst: K" bedruckt sind
und für 130 bis 170 Mark käuflich zu erwerben sind. Die Käufer
werden automatisch Bestandteil der "Walking Exhibition" und können
ihre Ausstellungsdaten, sprich die Zeitpunkte ihrer öffentlichen T-Shirt-Präsentation
vermelden und Fotos ins Netz stellen. Ganz im Sinne von Andy Warhol sind die
T-Shirt-Träger zwar keine fünfzehn Minuten, aber zumindest die Zeitspanne
zwischen zwei Mausklicks berühmt. Außerdem kann man auf Rusmanns
Seiten ein Stuttgarter Rössle veräppeln, ein Gedicht löchern
("Kill the Poem") oder das Ohr von Nora Fuchs abschneiden ("Noras
Ohr") und sich dazu erklären lassen 'Warum Van Gogh sein Ohr verlor'...".
>> mehr
Ariane Wölpper
Prinz Stuttgart, 2/2000, S. 6
"...sehr galant ironisiert er so (...) das künstlerisch anscheinend doch
tragfähige Internet...".
Thomas Klingenmaier
Stuttgarter Zeitung, 17.01.00
"...seine Kunden aber bittet Rusmann zur "walking
exhibition" zu werden, zur Wanderausstellung: im fortlaufenden und tatsächlich
genutzten Kalender kann jeder Käufer eintragen, wann er wo ein Stück
Rusmann-Kunst am eigenen Leib der Öffentlichkeit zugänglich machen
wird...".
Bärbel Neumann
Lift Stuttgart, 1/2001, S.57
"...Ein Buch ohne Seiten ist die digitale Literatur-CD-ROM
"Kill the Poem". Und damit ist die Antwort auf die Frage nach der neuen
Literatur des Internets da, die experimentierfreudig mit Hilfe des Computers
Neues wagt und umsetzt. Konsequent führen der in Stuttgart lebende Künstler
Johannes Auer, auch
bekannt als Frieder Rusmann, und der Künstler und Wissenschaftler Reinhard
Döhl frühere Experimente der konkreten Poesie und des Ready-made
fort. Dabei benutzen sie schelmisch die reproduktiven und produktiven
Möglichkeiten des Internets (...) in der Tat lassen sich die Texte von
Döhl und Auer auf Papier gar nicht mehr drucken. "Kill the Poem" ist zwar
als CD-Rom in zwei Buchdeckel geklemmt, gehört aber ins Netz. Die CD dient
als Übergangsmedium und ermöglicht die genauere Betrachtung der neuen
Ausdrucksform, ohne das Ticken des Telefonzählers’ im Hintergrund. "Kill
the Poem" ist die erste
Edition digitaler Literatur in Deutschland...".
Roberto Simanowski
Telepolis,
24.10.2000
"...Autoren [...], welche sich der neuen ästhetischen Möglichkeiten
des Mediums bedienen, ohne in dessen Fallen zu gehen. Johannes
Auers tiefsinnige Parodie auf den Hypertext, Das
Pferd am Handy, scheint mir auf dem richtigen Weg zu sein und sei jedem
wärmstens empfohlen...".
Jörg Wittkewitz
c't, 22/2000, 23.10-5.11.2000, S. 135
"...Einige Literatur-Sites gehen weiter und tiefer: Frieder Rusmann alias Johannes
Auer veranstaltet in 's.netic.de'
Literaturvernissagen im Netz... 's.netic.de
' versteckt Unkonventionelles hinter einer minimalistischen Oberfläche...".
Gislind Nabakowski: "Avantgarde ist wurscht"
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.7.98
"... alles was den Kubus füllt, gibt Zeugnis von Sackgassen, Barrieren
und Schlagwörtern, die in den internationalen Kunstzentren für abgrenzende
Nobilität sorgen. "Sternstunden"
heißt eine fünfteilige Zeichnungsfolge von Frieder Rusmann auf der
eine gefiederte Frau im Badekostüm erscheint. Zu lesen ist unter dem Artefact:
"Am 16.05.1989 beweist der Teuerste
letztgültig, daß Blei nicht fliegt". Ist Anselm Kiefer einer,
der mit Blei und Kernen aus Sonnenblumen symbolgewieft durch die Mythen der
Geschichte segelt?
Gewidmet sind die schlau als Assoziationskette argumentierenden Blätter
den Flugversuchen Leonardos,
dem futuristischen Maschinenkult,
dem Schachspieler Duchamp,
der die Malerei für erledigt" erklärte, Joseph
Beuys, der abstürzte, um alsbald das Material des Schamanen zu finden.
Damit gerät die "Duchamperei", sowie der erprobte Hang zur Märtyrer-
und Legendenbildung ins Visier, der Kunst als Glaubensfrage durchzieht. Duchamp,
auf den sich die "Handwerker" immer wieder beziehen, gilt ihnen als "Chefkonstrukteur
der Junggesellenmaschine".
(...) Neben einer Beobachtungsmaschine aus Pappe, ist auch Lady
Dis Brustwarze als Mixed-media-Devotionalie zu haben. Munter verkündet
ein an den Comicstil des Amerikaners Roy Lichtenstein erinnerndes Blatt, jedoch
ornamentaler gezeichnet: "Nie
wieder Kubismus". Ein weiteres stellt fest: "Avantgarde
is wurscht". Und wo die eine Partyschönheit höhnt: "Das
ist keine Pfeife", weint die andere Tränen um Dada.
(...)
"Das deutsche Handwerk" durchleuchtet das marode Gebäude der Kunst und
ist Lichtjahre davon entfernt, der Kunst in einer effizienten Technokultur noch
utopische Potentiale zuzuschanzen. Man darf gespannt sein, wie die Spötter
mit "gediegenen Artikeln"
ins nächste Jahrtausend kommen..." >> mehr
Nikolai B. Forstbauer
Stuttgarter Nachrichten,
14.8.98
"...Frieder
Rusmann empfiehlt sich als Vordenker, der virtuos mit allem zuvor gedachten
kokettiert - um indes vor allem in seinen Papierarbeiten eine Präzision
des lockeren Strichs unter Beweis zu stellen, die Raschke und Rogler zu
um so größerer Direktheit im plastischen, malerischen und zeichnerischen
Zugriff zu ermutigen scheint". (...)
Anstöße zuhauf
in und auf der Bühne des Deutschen Handwerkes. Spaß und Ironie
aber begründen nicht allein den Höhenflug des Trios. Nüchtern
lassen sich die Einzelarbeiten auf die Notwendigkeiten ihrer Binnenstrukturen
untersuchen - und nüchtern muß man dem Team Raschke/Rogler/Rusmann
attestieren, Maßstäbe setzen zu können...".
Frank-Wolf Müller
Eßlinger Zeitung,
7.8.98
"...Und doch, bei allem Verzicht auf "Reinheit" des künstlerischen Mediums,
setzt "Das deutsche Handwerk" hier kaum merklich kluge intellektuelle Konstruktionen
gegen unmittelbare Daseinserfahrung, balanciert nicht selten halsbrecherisch
auf der zielgenauen Verbindung von absurden Alltagstrivialitäten und vielschichtiger
Philosophie. Hinter der Vordergründigkeit einer meist übertriebenen
Trivialisierung und Unterhaltung werden dann nicht selten Tragik hinter der
Komik, der Schmerz hinter der Pointe, das Leid hinter dem Lachen, die Wehmut
hinter dem Gag erkennbar..."
Gabriele Hoffmann
Stuttgarter Zeitung,
6.7.98
"...Wenn es um das Zerpflücken
der Kunstgeschichte geht, hat Rusmann die
besten Pointen. Zur Ahnenforschung heißt es lapidar: "Das
Deutsche Handwerk hat keine Väter - nur Onkels."
Denkt Rusmann
an Dada, wird er wehmütig. Und weil er selber nicht weinen mag, malt
er eine Frau, die seine tief empfundenen Tränen
vergießt. Es ist die gleiche, die auf einem anderen Bild verkündet:
"Avantgarde ist wurscht"..."
Nikolai B. Forstbauer
Stuttgarter Nachrichten, 9.7.97
"...Das Deutsche Handwerk bietet Anlass genug, über Stuttgart als Ort einer
theorieorientierten Kunst, als Ort der Kunstreflexion nachzudenken (...) Frieder
Rusmann empfiehlt sich als mit allem zuvor Gedachten kokettierender Vordenker...
Raschke, Rogler und Rusmann
aber bieten kaum schnellen Genuß. Dafür Einzelarbeiten, aus deren
Vielfalt sich Wege, aber nur bedingt Ziele ableiten lassen. Die drei, soviel
ist klar, haben enorm vorgelegt..."
Petra von Olschowski
Stuttgarter Zeitung, 16.12.94
"...T. K. Raschke, Sebastian Rogler und Frieder Rusmann werfen ironisch die Frage
nach musealen Kontexten auf. Ihre "Ausstellung des deutschen Handwerks" scheint biedere Qualität zu versprechen. Dabei haben die Künstler
liebevoll und verspielt eine Ausstellung in der Ausstellung konzipiert..."
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